Verein für die Förderung von Bildungsprojekten in Entwicklungsländern
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  Nicaragua: Die School of Comedy and Mime in Granada
   
 


Eckdaten der Schule   Das Projekt   Unterstützung EEF   Nicaragua   Fotoalbum


Die School of Comedy and Mime ist ein innovatives Projekt für Kinder und Jugendliche aus prekären Familienverhältnissen, wo Armut, Drogenmissbrauch, körperliche und sexuelle Gewalt vorherrschen. Das Hauptanliegen des Projektes ist, den jungen Menschen eine Schulbildung sowie eine professionelle Ausbildung in Theater- und Zirkuskünsten zu ermöglichen. Dadurch wird nachhaltig ihre Integration in die Gesellschaft unterstützt.


Eckdaten der Schule

  Adresse Escuela de la Comedia y el Mimo
Grupo Saperoco
Granada
Nicaragua
Telefon: +(505) 2552 8310
mobile: +(505) 8886 8517
saperoco@escueladecomedia.org
www.escueladecomedia.org
     
  Eröffnung 2001
     
  Leitung Diego Gené,
unterstützt von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, zahlreichen freiwilligen Akrobaten, Jongleuren, Schauspielern und Lehrern
     
  Schüler-/innen 15 (Kerngruppe)
90 (pro Jahr 30 Neueintritte)
     
  Infrastruktur Unterkunfts-, Trainings- und Schulungsmöglichkeiten im neu erbauten Haus
Gedeckte Trainings- und Showbühne (Palapa)
Kleinbus
Theaterutensilien

in Planung:
Bau eines Zaunes
Weitere Unterkünfte für Freiwillige
     
  Ausbildung und Betreuung Umfassende Ausbildung und Bühnenerfahrung in Akrobatik, Jonglage und Schauspiel
Sicherung des Zugangs zu Primar- und Sekundarschule
praxisorientierter Ergänzungsunterricht
Gesundheitsfürsorge
     
  Projektkosten EEF jährlich CHF 80‘000.–
(weitere Unterstützung aus Zirkus- und Theaterkreisen sowie von Privaten aus Costa Rica und den USA)
     
  Projektdauer 2010 bis 2012 (vierte Projektperiode)
     
  Projektziel Gezielte Förderung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen aus prekären Familienverhältnissen



Das Projekt

Ausgangslage

Nicaragua weist eine enorm ungleiche Einkommensverteilung auf. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Sie verfügt nicht über die Mittel, die Kinder einzuschulen und ihnen Lehrmittel und Schuluniformen zu kaufen. Zudem ist die Effizienz und Qualität der öffentlichen Schulen ungenügend. Lediglich 29 Prozent aller Kinder absolvieren die obligatorischen sechs Schuljahre. Sie benötigen dafür durchschnittlich 10,3 Jahre!

Viele Kinder sind gezwungen, schon früh ein Einkommen zu erzielen. Wenn sie nicht genug Geld verdienen, werden sie häufig geschlagen oder auf die Strasse zurückgeschickt. Der Kampf um das tägliche Überleben ist ihre Realität. Das Fehlen von sozialen und persönlichen Perspektiven spitzt die Misere zu. Sie bleiben im Sumpf von Drogen, Gewalt und Verbrechen gefangen und haben kaum Zugang zu Bildung, Sport oder Kunst. Staatliche Programme sind spärlich und private Initiativen nur limitiert vorhanden. Eine Alternative bietet die School of Comedy and Mime (Escuela de la Comedia y el Mimo), die erste Clown- und Mimenschule dieser Art in ganz Zentralamerika.



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Projektverlauf

Lanciert wurde die School of Comedy and Mime 2001 von Diego Gené, einem ausgebildeten Clown und Theaterpädagogen aus Venezuela. Nach verschiedenen Stationen in Europa und Lateinamerika liess er sich in Granada nieder. Er mietete ein Haus im Aussenquartier Barrio San Bartolomé, wo er mit rund 20 Kindern und Jugendlichen aus armen Familien sein Projekt startete.

Diese 20 Mädchen und Jungen aus den Armensiedlungen von Granada werden professionell ausgebildet. Einerseits kommt Diego Gené für die Schulkosten auf. Andererseits bietet die Clown- und Mimenschule einen eigenen, multidisziplinären Unterricht an. Er umfasst neben einer artistischen (Theater, Mimik, Akrobatik, Tanz und Puppenspiel) auch eine formale Ausbildung (Englisch, Informatik, Marketing und Buchhaltung). Diese formale Ausbildung ergänzt die dürftige Schulbildung und ist in hohem Masse praxisorientiert. Sie ermöglicht den Kindern und Jugendlichen später als professionelle Artisten und Animateure ein Einkommen zu generieren. In Frage kommen zum Beispiel Hotels, Kreuzschiffe, Theater oder nationale und internationale Kulturzentren. Nebst der Ausbildung kümmert sich Diego Gené um den Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler. Weitere 90 Kinder der Siedlung profitieren in Workshops und Vorstellungen vom Wissen und Können der Kerngruppe.


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Erfolge und Probleme


Was in Granada als Traum begann, wird bereits auf Stelzen und Einrad in die Nachbarländer getragen. So führte Diego Gené bis 2007 fünf Zirkustrainingslager in San Isidro de El General, Costa Rica, durch. Seit ein 30-jähriger Mercedes-Benz-Kleinbus zur Verfügung steht, tourt eine Truppe der School of Comedy and Mime in ganz Zentralamerika. Insgesamt fanden bislang über 300 Vorstellungen für mehr als 60’000 Menschen in Städten, Dörfern und entlegenen Siedlungen statt. Höhepunkt der Theateraktivität waren zwei Europa-Tournee mit Auftritten in fünf Ländern.

Auf Einladung von Diego Gené fanden etliche Artisten aus Europa den Weg nach Granada, um mit gutem Willen und ohne Bezahlung Akrobatik-, Jonglage- und Schauspielunterricht zu geben. Daneben macht es die wechselnde Mitarbeit von über 40 amerikanischen und europäischen Freiwilligen möglich, den Kindern ein kreatives, umfassendes Ausbildungsprogramm zu bieten.

Die Kinder und Jugendlichen erhalten eine professionelle Ausbildung und werden bei ihrem Einstieg ins Berufsleben begleitet. Dadurch erhöhen sich ihre Chancen, den Lebensunterhalt selber zu verdienen. Der Unterhaltungssektor in Nicaragua ist bislang kaum entwickelt. Für die meisten Familien gibt es nur wenige Möglichkeiten, am Kulturleben teilzunehmen. Es besteht aber eine grosse Nachfrage nach qualifizierten und professionellen Künstlerinnen und Künstlern. Dies gilt besonders für die Hauptstadt Managua, wo rund ein Viertel der Bevölkerung des Landes lebt.


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Ziele

Der Unterricht findet zurzeit in einem Haus statt, das nur sehr beschränkt Raum und Platz bietet. Damit auch weitere Kinder und Jugendliche vom Projekt profitieren können, strebt Diego Gené den Bau einer grösseren Schule an. Es bestehen konkrete Pläne für ein Schulgebäude mit Klassenzimmern, Proberäumen und Bühne.

Die Ausbildung vermittelt wichtige Werte wie Solidarität, Toleranz und Respekt für die Mitmenschen und die Natur. Sie fördert das kreative Potenzial der Kinder für neue Lösungswege. Lachen und Vergnügen ist ein bedeutender Aspekt des Trainings, der als Heilmittel gegen soziale Probleme wie Stress, Depression und Verzweiflung wirkt. Die Truppe trägt mit ihren Vorführungen und Workshops das Lachen in die oft düsteren Aussenquartiere und sensibilisiert die Menschen. Ein wichtiges Ziel ist, ein Bewusstsein für die Erhaltung der Umwelt und die Verantwortung eines jeden Einzelnen für die Gesellschaft zu vermitteln.



Unterstützung durch den EEF

Die Clown- und Mimenschule erhielt bis 2004 keine regelmässige Unterstützung. Mit den Geldern des EEF wird das bestehende Ausbildungsangebot konsolidiert und vorsichtig ausgebaut. Unsere Unterstützung ermöglicht weitere Vorstellungen und Tourneen und garantiert die medizinische Betreuung der Kinder und Jugendlichen.

Nach 2005 realisierte die Kerngruppe mit ihrem neuen Programm wiederum 2007 eine Europa-Tournee. Es gelang dem EEF, sie für einen Zwischenstopp in der Schweiz zu gewinnen. Die Truppe verblüffte das Publikum mit ihren Vorführungen beim Zirkus Wunderplunder in Schüpfen und während dem Jubiläumsfest des EEF in der Mahogany Hall in Bern. Ein weiterer Höhepunkt war die Weiterbildung, welche in Zusammenarbeit mit der Dimitri-Schule in Verscio zustande kam, sowie die Auftritte auf der Promenade in Ascona. Impressionen davon finden sie hier.

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Nicaragua

  Bevölkerungszahl 5,5 Millionen Einwohner (2006)
     
  Fläche 129’494 km 2
(dreimal die Fläche der Schweiz)
     
  BIP pro Kopf CHF 2'700.– (2003)
     



Preise in Granada (Stand Januar 2005)


1 Liter Benzin
1 Liter Milch
1 Liter Coca-Cola
1 Kilo Brot
1 Kilo Reis
1 Kinobillet
1 Paket Zigaretten

CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF
CHF

–.85
–.75
–.65
1.80
–.80
3.70
–.95
 




Quellen:
CIA World Factbook, Angaben von Diego Gené, eigene Gestaltung und eigene Berechnungen




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